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13. Oktober 2017
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13. Oktober 2017

„Bauer sein ist echt cool“, betonte Johannes Länge, Landwirt aus Laichingen, beim diesjährigen Stadelkino der Evangelischen Jugend auf dem Land (ejl). Er hat, gemeinsam mit anderen Landwirten aus der Region, seine Sichtweise zu den Perspektiven der heimischen Landwirtschaft in einem Statement beigetragen. Vorab gab die Film-Dokumentation „Bauer Unser“ Einblicke, Impulse und Denkanstöße zu einem Wirtschaftszweig, der für uns alle produziert und arbeitet – also uns alle angeht.

Dem Regisseur Robert Schabus ist mit „Bauer Unser“ eine unbedingt sehenswerte Dokumentation gelungen, sowohl für den privaten Fernsehabend als auch für ein Gruppenprogramm. Das Besondere ist, dass Schabus lediglich die Betriebe zeigt und die unterschiedlichen Landwirte zu Wort kommen lässt, ob sie nun konventionell produzieren oder ökologischen Landbau betreiben, ob sie direktvermarkten oder genossenschaftlich organisiert sind. Dabei werden durchweg vorbildlich geführte Betriebe gezeigt und dazu die Menschen, die ihre agrarischen und wirtschaftlichen Herausforderungen beschreiben und ihre ganz individuellen Entscheidungen für ihren Landwirtschaftsbetrieb ableiten. Ergänzend werden weltweite Ernährungszusammenhänge beschrieben und Fragen gestellt nach Qualität und Quantität, nach Wachstum, Optimierung und Vielfalt. So unterschiedlich die vorgestellten Betriebe auch sind und so neutral auch die Darstellung versucht wird, deutlich bleibt: so kann es nicht lange weitergehen.

Als Ergänzung zum Film ist es unbedingt empfehlenswert, (Jung-)Landwirte aus der Region zum Film zu hören. Denn die Entscheidungen, die von Landwirtschaftsbetrieben oft für eine ganze Generation zu treffen sind, macht sich niemand leicht. So wird in der Zusammenschau von Film und persönlichen Statements deutlich, dass die Herausforderungen komplex sind. Wie in vielen Bereichen ist auch für die Landwirtschaft die Wahrheit nicht in einen Satz zu fassen. Viele Komponenten (wirtschaftlich, ökologisch, …), Akteure (Landwirt, Verbraucher, Industrie, …) und Ebenen (individuell, regional, global, …) spielen eine Rolle. Es ist Zeit, darüber ins Gespräch zu kommen – auch in der damit wir, ob Produzenten oder Verbraucher, reflektierte Entscheidungen zum Wohl von Menschen und Tieren treffen können. Hier bei uns, im weltweiten Horizont und möglichst noch im Mitdenken für die nächsten Generationen.

„Bauer Unser“ ist inzwischen auf Datenträgern erhältlich. Der ökumenische Medienladen bietet dazu noch ergänzendes Material.

Autor:
Micha Schradi, Landesjugendreferent ejl-Württemberg

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